Cybersex. Ist es echter Sex oder nur ein Hirngespinst
Immer mehr Internetanschlüsse gibt es und auch die Zahl der Handynutzer steigt stetig an. Damit steigt auch die Verfügbarkeit des Cybersexes. Doch schädigt Cybersex den normalen zwischenmenschlichen Kontakt und wie weit beeinflusst der ständig verfügbare Sex unser Leben? Ist virtueller Sex mit realem Sex gleichzustellen? Ist es okay, im Internet mit einem anderen Menschen Sex zu haben? Ist es ungesund mehr Online-Sex zu haben als realen?
Diese Fragen gehen alle wieder zum Ausgangspunkt zurück. Ist Cybersex echter Sex? Denn wenn es kein echter ist, dann kann man auch nicht fremdgehen und es wäre auch nicht ungesund. Denn was nicht echt ist, kann auch nicht falsch sein.
Das einfachste wäre, wenn es eine simples Ja oder Nein gebe. Auf die Frage, ob es gefährlich ist ungeschützten Sex zu haben, kann ein einfaches Ja gegeben werden. Die Frage nach dem Cybersex geht aber schon in die Philosophie.
Ja, Cybersex ist real
Menschen die die Frage mit Ja beantworten argumentieren damit, dass Menschen die Online Sex haben, auch physische Reaktionen haben. Es kommt beispielsweise zur Erregung des männlichen Gliedes und kann bis zur Ejakulation gehen. Eben wie bei echtem Sex. Auch kann man Empfindungen wie Freude, Angst und Reue erleben. Diese Empfindungen die erlebt werden können, lassen es auch zu, dass Menschen, diese in das echte Leben übertragen. Damit ist dann die Grenze zwischen virtuell und real überschritten.
Therapeuten und Forscher, die sich auch mit dem Thema „problematisches Online-Sexualverhalten” auseinandersetzen, sehen im virtuellen Sex auch Ansätze, die sich ähnlich auf Beziehungen auswirken wie echter Sex. Sie behandeln es in den Sitzungen also als real.
Nein, Cybersex ist nichts echtes
Die Punkte, die die Verfechter angeben, dass es real ist werden hier genau anders dargelegt. Es ist zwar wahr, dass es zu Empfindungen kommen kann und auch zur sexuellen Erregung, dennoch fehlt ein wichtiger Aspekt: Es kommt nicht zum direkten sexuellen Kontakt zwischen den Menschen. Dabei ist es egal, wie tief die Empfindungen sind oder wie stark die sexuelle Erregung ist, es kommt immer nur zum eigenen sexuellen Kontakt.
Dieses Argument wird auch angeführt, wenn es darum geht, dass Menschen exzessiv Pornofilme anschauen. Menschen in Beziehungen berufen sich auch gerne darauf, dass der Cybersex verhindert, den Partner durch einen realen Seitensprung zu betrügen. Forscher und Wissenschaftler beider Seiten sehen dies aber mehr als Ausrede. Der Wunsch des Fremdgehen wird dadurch nicht verschwinden und auch die Lust danach wird nicht gestillt.
Was stimmt nun?
In beiden Fällen wird nun der echte Sex mit dem virtuellen verglichen. Genau da liegt jedoch das Problem. Um etwas vergleichen zu können braucht es eine Basis. Genau diese gibt es aber nicht, wenn um das Thema Sex und Erotik geht. Dann ist da noch das Verständnis warum Sex generell Spaß macht. Ganz gleich ob im Bett mit einem echten Partner oder mit einem Chatpartner am Computer. Dadurch das jeder Mensch verschieden ist, fehlen einfach zu viele kleine Puzzleteile um die Arten des Sexes vergleichen zu können.
Im Moment ist der „reale Sex” ein Quasi-Standard, der mit einem echten Menschen stattfindet. Doch was wird in einigen Jahrzehnten sein oder in einem Jahrhundert. Computer werden viel weiter entwickelt sein. Führt man sich vor Augen, was heute schon alles möglich ist, darf man gar nicht dran denken, was ein Computer in einigen Jahren für einen Stellenwert hat. Dann werden Chaträume und das virtuelle Leben noch viel mehr Einzug halten und dann könnte der „echte Sex” der Sex sein, der über den Computer geschieht.
Nichts genaues weiß man nicht
Ob es nun fremdgehen ist oder nicht, sollte dabei also jedem überlassen sein. Für Menschen die sich auch dem Cybersex widmen ist diese Art der sexuellen Stimulation etwas sehr reales und kann auch das Leben beeinflussen. Andere nutzen die virtuelle Sexualität wie ein Videospiel. Es soll kurzzeitigen Spaß bringen und hat keinerlei Auswirkungen auf das Leben.
Aus kultureller und sozialer Sicht kann das Thema noch weniger beleuchtet werden. Die Technologie erreicht immer mehr Neuerungen und das was wir daraus machen und wie wir es einsetzen, ist einfach zu neu um es objektiv bewerten zu können.
Die Frage nach Cybersex kann also nur mit eigenen Werten und Überzeugungen beantwortet werden. Reden mit einem Menschen darüber kann einem vielleicht ein kleines Licht aufgehen lassen. Die Erleuchtung wird dadurch aber wohl nicht erreicht.
Tags: beziehung, Cybersex, Cybersexes, ejakulation, Fremdgehen, Pornofilme, Sex, Sexualverhalten
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