Das danach. Was nach dem Orgasmus geschieht
Gerade in etwas älteren Filmen wird ein ziemlich wirres Bild gezeigt, wenn es darum geht, was nach dem Sex passiert. Entweder möchten die Darsteller einen kleinen Mitternachtssnack oder gehen sofort unter die Dusche. Auch in einer Reihe von Sitcoms wird suggeriert, dass der Mann mit der Frau alles machen möchte. Nur eines nicht. Reden nach dem Sex. Viel mehr ist es wohl wichtiger, wer es als erstes schafft einzuschlafen.
Ist die Realität wirklich so hart und ungerecht? Eine Frage, die es bedarf aus der Welt zu schaffen.
Bekräftigt werden die Serien im TV durch die Tatsache, dass es in der modernen Literatur alles über Sex zu lesen gibt. Besonders im Vorfeld. Auch wir haben uns dem Thema gewidmet, wie das Vorspiel wohl am besten ist, was einen guten Blowjob ausmacht oder welche ungeahnten Gefühle der richtige Umgang mit der Klitoris bringen kann. Doch was nach dem Sex und genauer nach dem Orgasmus geschieht wird nahezu vernachlässigt. Gleich so, als sei der Sex das Endziel. Es wird dargestellt als sei der reine Geschlechtsakt das was man den wichtigen Bestandteil eines guten Sexlebens bezeichnet.
Langläufigen Studien ist es so, dass der Mann nach dem Sex als erstes einschläft. Doch dem ist gar nicht so. Auch wenn das Frauenmagazine und andere Medien gerne verbreiten. Fakt ist, dass auch die „Gefahr“ bei der Frau besteht, nach erfolgreichem Orgasmus einfach einzuschlafen. Spannend jedoch ist es auch, dass sich beide die Waage halten wenn es um das kuscheln danach geht. Männer wie auch Frauen vermissen das kuscheln, küssen und umarmen danach. Das ist das was man Paarbindung bezeichnet.
Also sind auch Männer daran interessiert die Bindung aufzubauen und aufrecht zu erhalten. Gerade im Verhalten nach dem Koitus. Das zeichnet das humane Männchen zwischen den Primaten aus. Denn auch der Mann hat einiges zu verlieren, wenn die Partnerin ihn verlässt.
Doch was ist mit all den anderen Aktivitäten danach, wie einfach im Bett liegen, Essen bestellen oder eine Zigarette danach rauchen? Auch hier gibt es wieder einen Unterschied zwischen Mann und Frau. Das postkoituale Verhalten des Mannes neigt eben dazu etwas zu essen, sich etwas zu trinken zu holen oder auch mal eine Zigarette zu rauchen. Was sicher nichts schlechtes ist. Die Frauen dagegen setzt die Prioritäten etwas anders. Sie legt großen Wert auf Verhaltensweisen im Zusammenhang zur Intimität wie kuscheln oder das Bekenntnis der Liebe.
Legt man dieses Verhalten zu Grunde könnte man davon ausgehen, dass Frauen sich doch etwas mehr Mühe im Bezug auf Paarbindung geben, während der Mann sich durch den Genuss von Alkoholika oder anderen Genussmitteln eher für den gelungenen Sex belohnen will. Vielleicht auch mit dem Ziel noch mehr Sex zu bekommen.
Nimmt man das alles zusammen kommt einem der Anschein, dass der Mann generell besser geeignet ist wenn es darum geht einfach nur Spaß zu haben.
Der menschliche Körper ist ein Phänomen und so kommt es nach dem Orgasmus zum Ausstoß einiger Hormone. Oxytocin, Prolaktin und Endorphine zum Beispiel. All diese Hormone geben einem ein hohes Maß an Zufriedenheit. Doch gerade ein hohes Level an Oxytocin bringt uns eines. Müdigkeit.
Prolaktin ist wohl das Hormon, das wir alle nicht gerne haben. Es reduziert die Lust auf Sex und gleicht das Hochgefühl, hervorgerufen durch Dopamin, wieder aus. Einfach gesagt resettet es unser Gehirn im Bezug auf Sex und setzt es zurück auf den Zustand des „davor“. Auch hat sich herausgestellt, dass man sich dadurch vorübergehend dem Partner weniger angezogen fühlt.
Sieht man nun von den Hormonen ab, gibt es aber noch einen anderen Grund, warum in bestimmten Impulsen nach dem Orgasmus agiert wird. Es muss zum Orgasmus kommen. Immerhin sollen knapp 75% der Männer einen Höhepunkt erreichen, wo gegen das nur 29% der Frauen von sich behaupten. Da entsteht also eine Diskrepanz.
Ebenso kann darüber eine Theorie erstellt werden. Menschen die während des Sexes keinen Orgasmus gehabt haben, denken natürlich ganz anders über die Aktivitäten des Partners nach dessen Orgasmus. Vergleichbar mit dem Salz in die Wunde streuen. Soll nun ein wirklicher Rückschluss auf die Unterschiede der Geschlechter nach dem Orgasmus gezogen werden, müssten Variablen wie der Prolaktin-Effekt, das angenehme Gefühl, das man nach intensiven körperlichen Vergnügen auftritt, und andere Impulse, ausgeschlossen werden.
Es entstehen somit immer Fragen nach dem Sex. Lust auf mehr Aufmerksamkeit könnte ein Zeichen unbefriedigter Lust sein. Das räkeln im Bett danach könnte darauf deuten, dass das Dopamin wirkt und ein Zeichen dafür sein, dass der Partner zufrieden ist mit der Situtation. Ach du schöne Sexwelt. Es gibt soviel zu entdecken.









Es ist wohl tatsächlich hormonbedingt, dass Männer nach dem Sex erschöpft sind und dementsprechend lieber schlafen. Pauschalisieren kann man das dennoch nicht!
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