Die Nase: das neue Sexorgan
Wo liegt eigentlich der Grund, dass wir uns verlieben? Ist es die Lust, die gegenseitigen Interessen, gemeinsame Ziele im Leben zu erreichen oder etwas immaterielles? Schenkt man den neuesten Forschungen glauben, dass letztere.
Erst vor kurzer Zeit fanden die Forscher einen Geruchsnerv, von dem sie glauben, dass er für die Verarbeitung und den Transport von Pheromonen zuständig ist. Dieser Nerv wurde bisher nicht entdeckt, da er so winzig ist. Ein Wal brachte die Forscher dann auf die Spur. Entdeckt wurde dieser kleine Nerv nämlich ausgerechnet bei einem Wal und ließ Vermutungen aufsteigen, dass wenn ein Wal diesen Geruchsnerv hat, ein Mensch auch darüber verfügen müsste. Und so ist es auch.
Doch welche Rolle spielt nun dieser kleine unscheinbare Nerv in unserem Leben? Eine größere als auf Anhieb vermutet werden kann. Die Enden des Nerv sind einerseits in der Nasenhöhle, doch nun kommt der große Clou, anderseits gibt es Fasern, die mit den Regionen des Gehirns verbunden sind, die für die Sexualität zuständig sind. Das bedeutet, dass wir Menschen also unterbewusst zwar mit diesem Nerv nicht riechen können, aber die Pheromone die sexuelle Lust beeinflussen können.
Doch was machen die Düfte aus, dass sie sexuell anziehend oder abstoßend sind? Eine der Gründe ist es, dass wir uns mehr zu Menschen hingezogen fühlen, die anders als wir riechen. So werden in der Familie beispielsweise Düfte oder Seifen ausgetauscht was dazu führt, dass eine Art Schutzmechanismus aktiviert wird, der verhindert, dass wir nahe Familienangehörige als sexuell attraktiv einstufen. Andererseits sind schwangere Frauen eher dazu geneigt, sich zu den Menschen mit ähnlichen Lockstoffen hingezogen zu fühlen. Das mag aber daran liegen, dass sie in der Schwangerschaft nicht mehr auf Partnersuche sind, sondern eher den Familienhalt brauchen.
Der ominöse Nerv ist sogar in der Lage darüber zu bestimmen, ob eine Beziehung hält oder bricht. Je ähnlicher sich die Düfte sind, die ein Paar verwendet, umso größer ist die Chance, dass die Beziehung in die Brüche geht. Der Umkehrschluss bedeutet also, dass wenn man lange zusammenbleiben will, unterschiedliche Duftnoten dabei hilfreich sind.
Wer nun auf den Gedanken kommen sollte, einen Duft zu schaffen, der dafür sorgt, dass die Beziehung ein Leben lang hält, befindet sich auf dem Holzweg. Parfüms oder Eau de Toilettes können die Geruchsnerven nicht betrügen. Die Düfte die der Mensch verströmt, und den Partner attraktiv machen, sind etwas ungreifbares und nur Mutter Natur vorbestimmt.
Bei hormonellen Verhütungsmitteln, könnte es sein, dass sich alles umdreht. So sind Frauen, die die Pille nehmen, eher von Menschen angetan, die ungefähr so riechen wie sie selber. Das mag daran liegen, dass durch die Pille der Körper eine Schwangerschaft vortäuscht und schwangere Frauen, wie schon geschrieben, eher auf der Suche nach Geborgenheit sind und nicht auf Abenteuersuche.
Diese Forschungsergebnis lässt auf jeden Fall noch viel Spielraum, wenn es darum geht herauszufinden, welche Rolle dieser Nerv in Sachen Sex noch so spielt. Eines wird aber immer gleich bleiben: Wenn es um Liebe geht, einfach der Nase vertrauen.









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