Ein Besuch im Berliner Erotikmuseum
Draußen ist es regnerisch und das Wetter lädt nicht dazu ein, lange draußen zu verweilen. Nun bietet es sich an, wenn man in Berlin ist, ein Museum zu besuchen. Es ist trocken, warm und bildet nebenher auch noch. Umso schöner, wenn es sich dann auch noch um ein Museum der besonderen Art handelt. Um ein Erotikmuseum. Starten wir nun einen kleinen Rundgang durch das Erotikmuseum von Beate Uhse in Berlin.
Der Eingang sieht auf den ersten Blick nicht aus wie man es von einem gewöhnlichen Museum gewohnt ist. Das Ticket zur Bildung gibt es an der Theke wo auch Sextoys, Kleidung und Videos bezahlt werden. Ist der Eintritt bezahlt geht es eine Treppe hinauf zur ersten Etage. An der dortigen Bar wird nochmal das Ticket vorgezeigt und dann geht auch schon fast los. Ab in den Aufzug und in Etage 3. Dem Eingang in die Welt der Phalli und Aufklärung.
Die Ankuft
Angekommen in der dritten Etage wird man erschlagen von Stimmen, die einem unanständige Sachen in diversen Sprachen flüstern. Orientiert man sich dann in Richtung Ausstellung werden auf einer Seite Bilder präsentiert, die die Launen der Natur zeigen und zwar in Form von Phalli. Felsformationen die aussehen wie eine Vagina oder Dinge die einem steifen Penis sehr nahe kommen. Alles in allem ist dieser Bereich der eindeutig der Aufklärung dient so aufgebaut, dass Aufsteller Wissenswertes über diverse Themen darbieten.
Spannend zum Beispiel ist der Unterschied zwischen Mann und Frau. Auch wenn das durch die Form der Brust dargestellt wird, geht es viel mehr darum, dass ein Mann gerne die Frau unterbricht und diese deswegen das, was sie sagen will, kurz, knapp und klar formulieren sollte. Die Frau hingegen setzt viel lieber die Hälfte des Gehirnes ein wo sich die Emotionen befinden. Ein Mann sollte deswegen mehr auf Gefühle eingehen und auch nicht so sehr kritisieren. Denn wenn die Frau schon selbstkritisch ist dann sollten auch Schuldzuweisungen aus bleiben. Ach ja, jeder kennt doch den Spruch “was sich neckt das liebt sich”. Ein Mann der neckt zeigt seine Zuneigung der Person gegenüber an.
Geht es etwas weiter zeigt ein Video was die Körpersprache aussagt und welche Signale was bedeuten. Zum Beispiel das spielen mit dem Glas beim Mann ist ein Zeichen der Interesse an der Frau. Kreuzt diese die Beine und nimmt sie langsam wieder auseinander oder leckt sich gar noch etwas über die Lippen sind diese Zeichen eindeutig was einen erwartet.
Wem erogene Zonen ein Fremdes sind, für den sind zwei Modelle etwas die gar berührt werden dürfen. Eine Frau und ein Mann liegen auf einem Podest und erwarten lernende Berührungen. Auf der Tafel im Hintergrund steht erklärt wo sich die Stellen befinden die Lust auf Sex machen sollen. Doch das nicht genug der Aufklärung. Auf einem kleinen Bildschirm ist die Kunst des guten Oralsex zu lernen. Nicht nur in Worten sondern auch in eindeutigen Szenen. So kann gar nicht erst ein Missverständnis auftreten.
Das Thema Nummer 1 darf natürlich nicht fehlen. Ist die Größe nun wichtig oder
ist. Wer kann das besser erklären als eine Vagina. Allen anderen glaubt Mann doch sowieso nicht. Und so ist es auch. Eine Frau verleiht der Vagina eine Stimme und erklärt, dass es eben nicht auf die Länge ankommt sondern auf den Umfang. Das was alle sowieso sagen aber doch niemand hören will. Die Optik zählt eben auch und nicht nur die technische nötige Länge. Passend dazu gibt es an einer Wand modellierte Penisse aller Größen und Umfängen, Vaginas und Brüste.
Wenn man schon die Chance hat einer Vagina zu zuhören was wichtig ist und was nicht, sollte auch die Chance genutzt werden herauszufinden, wo sich der G-Punkt befindet. Das ganze geht an einem Modell wo die Vagina der Länge nach aufgeschnitten ist. So kann man mit den gelernten direkt zu Hause angeben und muss nicht erst im dunklen tappen. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Der Aufklärung genug geht es eine Etage tiefer. Vorbei an einer kleinen Ecke die das Thema Fetisch und SM beleuchtet. Das Thema wurde meiner Meinung nach aber etwas zu stiefmütterlich behandelt. Man sieht zwar einiges an Mobiliar und lernt etwas über Voyeurismus, aber das war es dann auch schon.
Etage 2
Die zweite Etage behandelt in großem Umfang das Thema Kunst und Geschichte. Zeichnungen aus Fernost die Paare beim Sex zeigen und auch illustrierte indische Sexstellungen werden gezeigt und nehmen einen großen Teil des Raumes ein. In einer kleinen aber feinen Ecke wird man dann in die Welt der Phalli aus Bali entführt. Geschnitzte Figuren die ein wenig grummelig schauen und mit ihrem Penis protzen gelten in Indonesien, Inden oder auch in Bali als Zeichen der Fruchtbarkeit. Das grimmige Gesicht ist wohl der zweiten Funktion zu zuordnen. Sie sollen auch böse Geister fernhalten.
Wer es vorher noch nicht gesehen hat, wird spätestens beim wiederholten Erreichen der Treppe den riesen Penis sehen auf den man sich setzen kann um sich ablichten zu lassen. Es wird wohl das Fotomotiv Nummer 1 sein. Dicht gefolgt auf Platz 2 wird der Adonis sein, der sich räkelt und allen zeigt, was er zu bieten hat.
Wieder am Start
Ist man dann wieder in der ersten Etage angekommen – die man über den Aufzug erreicht – kann man das Erlebte, Gesehene und Gelernte an der Bar verinnerlichen und sehen was man davon mitnehmen kann. Wer allerdings ein wenig nervös geworden ist, ob der Film beim Lernen des Oralsexes oder beim Suchen des G-Punktes, kann zum Beispiel mit der Partnerin in die Pärchen-Lounge gehen. Service inklusive. Wer alleine dort war kann sich auch ein Souvenir mitnehmen oder im großen Angebot von Beate Uhse shoppen und den Partner überraschen.











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