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Was die Benennung der Genitalien über den Menschen aussagen kann

2 März 2011 No Comment

Manche Menschen wachsen in einer Umgebung auf, in der Genitalien etwas mystisches sind. Gerade was die Benennung angeht. Dabei sind Körperteile doch gleich Körperteile. Ein Auge ist ein Auge, das Bein ist und bleibt das Bein und der Zahn ist der Zahn. Doch wieso sieht es bei der Vagina bzw. der Scheide anders aus?

Wieso gibt es dafür Wörter wie Mumu, Muschi, Lustgrotte oder gar anderer Wörter in einem Slang, den ich nun nicht näher darlegen möchte. Das Geheimnis liegt wohl in den Generationen vor unseren Eltern. Sprich es geht noch bei den Großeltern los. Diese verwendeten komische Begriffe um nicht in eine peinliche Situation zu geraten. Die Genitalien waren doch etwas mystisches. Und dieser Touch sollte behalten werden. Dummerweise tragen das nun schon Generationen bis in die Gegenwart fort.

Wird die Herkunft von Namen reflektiert, fällt etwas auf. Der Name den wir vergeben spiegelt unseren Charakter wieder. Nehmen wir als Beispiel den Namen des Kindes. Oder den, den das Kind mal bekommen soll. Der Name hängt zusammen mit der Sprache die wir bevorzugen, den schulischen Hintergrund, das Wissen über andere Kulturen, die Unwissenheit über fremde Kulturen oder das wenigere vorhanden sein von Intelligenz. So ähnlich steht es auch bei der Namensgebung der Genitalien. Der Name dem wir unserem Genital geben, lässt dem nach einen Rückschluss auf unsere Einstellung zum Sex zu.

Frauen die ihre Vagina nennen wie es in der Schule gelehrt wird sind vielleicht davon überzeugt, dass ihre Vagina keine Extrabehandlung braucht. Sie ist, was sie ist und sie macht, was sie machen soll. Das bedeutet nicht direkt, dass diese Frauen sich unwohl beim Sex fühlen oder prüde sind. Sie sind nur der Überzeugung, dass die Vagina eine Art „Chancengleichheit“ im Kampf der Körperteile bekommen soll.

Ausdrücke wie Bärchen sind zwar niedlich und süß, suggerieren jedoch eine gewisse Verspieltheit im Bezug auf das Sexorgan. Frauen die diese Wörter in einem speziellen Kontext benutzen, sehen ihre Sexualität nicht als etwas statisches an sondern verändern ihre sexuelle Rolle. Es ist nicht gleichbedeutend damit, dass die Bildung etwas hinterher hinkt oder sie den biologischen Ausdruck nicht verwenden will, wenngleich das vorkommen mag. Es kommt nur darauf an wo diese Verniedlichung verwendet wird. Im eigenen Schlafzimmer beim Sex wirkt es anders als außerhalb der vier Wände. Was im Bett anregt mag außerhalb den Eindruck vermitteln, sexuell noch nicht so gereift zu sein.

Eine andere Art die Vagina zu benennen ist in einem Slang wo ich nun lieber darauf verzichte, die genauen Bezeichnungen zu schreiben. Es deutet aber darauf hin, dass dem Genital ein sehr großer Stellenwert zu Teil wird. Und das ist nicht unbedingt eine schlechte Sache. Eine Frau die sich mit dem Begriff P**sy eher anfreunden kann, wird vermutlich auch ihre Sexualität besser ausleben können und ihren Sex auf direktem Weg ausleben. Sie wird ganz genau wissen, dass auch sie „nur“ eine Vagina hat. Doch die Interpretation ist eine andere und lässt sie im Schlafzimmer etwas abenteuerlicher wirken.

Der vage Begriff von „da unten“ drückt ein Unbehagen im Bezug auf das eigene Geschlecht aus. Repäsentativ steht es für Frauen, die ihrer eigenen Sexualität nicht sicher sind. Manch böser Mensch könnte den Schluss ziehen, dass sie denkt es sei eine dunkle und geheimnisvolle Höhle, dort unterhalb des Bauchnabel. Es projeziert ebenso ein Bild davon, dass die Frau eine negatives, sexuelles Selbstbewusstsein hat. Ganz lapidar kann es auch einfach nur sein, dass der Name für „das da unten“ nicht bekannt ist.

Ich habe den Anschein vermittelt als würde ich darauf hindeuten wollen, was der richtige und was der falsche Name ist? Das sollte so natürlich nicht sein. Wie der Mensch ein Geschlechtsorgan betitelt steht natürlich im Kontext mit der Kultur in der er lebt, oder welcher Umgang gepflegt wird. Dazu kommen noch Faktoren, wie das Wohlbefinden ein Wort aussprechen zu können oder eben nicht. Es ist nicht so als gäbe es für den Penis keine Kosewörter, doch wenn es um die Vagina geht, wird es immer mystisch. Wieso? Nun vielleicht hängt es damit zusammen, dass dieses Organ innerhalb des Körpers ist und nicht wie der Penis außerhalb. Man sieht es eben nicht bzw. nicht alles. Zudem ist ein Name den wir vergeben ja nichts für die Ewigkeit und auch nicht in Stein gemeißelt. Oft hängt es auch vom „Publikum“ ab, das uns umgibt. Trotzdem ist es spannend zu sehen, wie viel Aufmerksamkeit einem einzigen Organ gespendet werden kann. Sex ist eben doch nicht etwas was nur einfach geschieht, sondern schon etwas rituelles. Es ist nicht so einfach wie Schuhe anziehen um in den Park zu gehen. Aber es macht Spaß.

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