Pornosucht. Wenn Pornos abhängig machen
Pornosucht war vor der breiten Verfügbarkeit des Internets eher etwas für Manager, die nichts anderes sahen als ihr Büro, oder einem einsamen Mann der sich nicht wirklich von der Mutter lösen konnte.
Nun ist es aber mittlerweile so, dass viele Informationen des täglichen Lebens aus dem World Wide Web gezogen werden und die Sucht Bevölkerungsschichten erreicht, die vorher nicht davon betroffen waren. Wer hätte zum Beispiel daran gedacht, dass ein australischer Priester Krebs vortäuschte um eine 16jährige Pornosucht zu verdecken.
Pornosucht erkennen
Die Sucht nach Pornographie ist noch lange nicht so bekannt wie die Spielsucht. Dennoch fangen Therapeuten an, die Sache ernst zu nehmen. Die Kriterien, ob nun jemand diese Art der Sucht hat, sind aber sehr ähnlich derer anderer Abhängigkeiten. Als Sucht wird etwas bezeichnet, wenn die Abhängigkeit andere Aspekte des Lebens überschattet. In diesem konkreten Fall bedeutet dass das Denken, Anschauen oder Lesen von pornographischen Erzeugnissen mit den alltäglichen Dingen wie der Arbeit, sozialen Kontakten oder gar der Familie konkurriert, ein ernstes Problem vorhanden ist.
Das kann sogar soweit gehen, dass Pornosüchtige keinerlei sexuellen Kontakt mehr haben können ohne vorher, oder während des Sexes mit Pornographie stimuliert zu werden. Unter Umständen kann diese Abhängigkeit aber auch ein Teil einer generellen Sexsucht sein.
Verfügbarkeit rund um die Uhr
Heutzutage ist es aber auch wirklich leichter an pornographisches Material zu gelangen. Musste damals noch ein Mann seine Nerven trainieren, um den Mut zu bekommen, in eine Videothek für Erwachsene oder den Sexshop um die Ecke zu gehen, ist es heute möglich in der Privatsphäre des eigenen Hauses auf eine Menge von erotischem Material zuzugreifen und dieses auf den Rechner zu laden.
Sieht man es aus dieser Richtung, ist das Internet wohl mit einer der Hauptverantwortlichen wenn es um die explosionsartige Ausweitung der Pornosucht geht.
Immer mehr, immer härter
Wie ein Alkoholiker immer mehr und immer härten Alkohol braucht um seine Sucht zu stillen, braucht ein Pornosüchtiger immer mehr extremere und ungewöhnlichere Formen der Pornographie. Experten gehen davon aus, dass das Betrachten dieses Materials ungesunde Phantasien in die reale Welt trägt und sich somit ein abnormes Sexualverhalten bildet. Bei der Mehrheit aber wird die Pornosucht nicht auf die sexuelle Interaktion Einfluss nehmen.
Gruppendynamik
Schon verwunderlich, gerade im Internet, das ja die Sucht nach vorne gebracht hat, tauchen immer mehr Gemeinschaften auf, die mit irgendwelchen Plänen versuchen wollen dem Menschen zu helfen. Natürlich ist es schon eine Hilfe, wenn Betroffene sich untereinander austauschen können und auch Tipps und Tricks geben können, wie die Sucht in den Griff zu bekommen ist.
Religion steckt in vielen dieser Gruppen. Natürlich verständlich, denn viele Religionen verabscheuen ja den Sex ohne das Ziel, dass verheiratete Menschen einen Nachkommen zeugen. Umso größer ist eben das Interesse Pornosüchtigen zu helfen. Das mag auch alles bei einem Menschen funktionieren, der ein wenig gläubig ist, doch ein Mensch der mit Religion nicht so viel in Kontakt kommt, sondern wegen seiner Sexualität verwirrt ist, kann in diesen Gruppen mehr Schuldgefühle bekommen als er ohnehin schon hat.
Sicherer ist es einen qualifizierten Therapeuten auszusuchen. Auch wenn Sexsucht und Pornosucht noch nicht so bekannt sind, wirken sie sich auf das Sexleben eben so wie auf das soziale Leben aus. Jeder Psychiater, Therapeut oder Psychologe wird diese Lage erkennen und mit den Mitteln die ihm zur Verfügung stehen helfen.
Sich selber zensieren
Ein Weg kann es auch sein, dass man sich selber zensiert. Es gibt massenweise Software die installiert werden kann, um Seiten mit pornographischen Inhalten zu filtern. Was eigentlich dazu gedacht ist Kinder zu schützen, kann so auch den Erwachsenen helfen. Natürlich kann ein solcher Filter auch wieder deaktiviert werden, doch alleine dass er schon läuft und ein Warnhinweis sendet, kann einem die Augen öffnen und zum Nachdenken animieren, ob die Seite wirklich angeschaut werden soll oder nicht.
Alles wegschmeißen
Für jeden von uns ist es etwas „Sündiges” sich Pornos anzuschauen und hat auch keine weiteren Konsequenzen. Doch für Menschen deren Leben sich darum dreht ständig an Pornos zu denken und diese ansehen zu müssen, ist das ganze eine Qual und mutiert schnell zu einer Falle. Doch diese Sucht kann mit Verantwortungsbewusstsein, Therapie, Filtern und Ursachenforschung bezwungen werden. Was wäre es einfach, mal alles was mit Porno zu tun hat wegzuschmeißen. So wie ein Raucher seine letzte Schachtel wegschmeißt.
Tags: Abhängigkeit, pornographie, pornos, Pornosucht, Pornosüchtige, Sex, SexsuchtDiesen Artikel bei Twitter zwitschern

David Duchovny ist SEXsüchtig, nicht pornosüchtig
Stimmt
Sollte ich mal eben ändern.
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