Sex nach der Geburt

8 Februar 2008 3 Kommentare

Hat die Geburt eines Kindes Einfluss auf das Sexualleben?

Definitiv ja. Es darf also nicht erwartet werden, dass alles nach der Geburt wieder ist wie vorher. Männer – besonders jüngere – neigen zu denken, dass wenn die Partnerin aus dem Krankenhaus entlassen wird, der Geschlechtsverkehr sofort wieder ausgeübt werden kann. Doch das ist falsch.

Eine Geburt ist für eine Frau ein sehr traumatischer Vorgang. Das zarte Vaginalgewebe wird bei der Geburt der Geburt, wenn er denn stattfindet, sicher nicht so brillant sein wird wie vorher. Es heißt also aufmerksam sein und Geduld beweisen.

Wie schnell ist Sex nach der Geburt möglich?

Generell kann gesagt werden, dass auf Sex nach der Geburt nicht vor der postnatalen Untersuchung durchgeführt werden soll. Diese Untersuchung findet im Schnitt 6 Wochen nach der Geburt statt. Auch danach ist es nicht so, dass sich jede Frau schon dazu bereit fühlt, „den ganzen Weg“ zu gehen. Die Öffnung der Vagina kann noch stechen oder wund sein.

Das beste ist es, wenn man sich nicht ganz sicher ist, ob Sex wieder gelebt werden kann, den Arzt zu befragen, der die postnatale Untersuchung durchführte und um Rat zu beten.

Gibt es andere sexuelle Aktivitäten die vor dem Geschlechtsverkehr ausgeübt werden können?

Ein klares Ja! Der Weg, sich anderen sexuellen Akten außer dem Geschlechtsverkehr hinzugeben, ist sogar ein sehr guter Weg. Paare werden oft frustriert, wenn sie darauf warten, dass es wieder Sex gibt. Vor allem Männer.

Auch die Frage, ob beide auf diesem Wege zu einem Orgasmus kommen können, ist klar mit Ja zu beantworten. Es gibt keinerlei Gründe dafür, eine Frau die entbunden hat nicht zum Orgasmus zu bringen. Wenn sie es denn möchte.

Einige Dinge die ohne Probleme durchgeführt werden können, möchte ich nun einmal aufzählen.

  • Handpetting durch die Frau bei dem Mann. Im Volksmund auch Handjob genannt.
  • Handpetting durch den Mann bei der Frau durch Stimulation der Klitoris mit den Fingern. Doch sollten die Finger nicht eingeführt werden, bevor der Arzt nicht festgestellt hat, dass innerlich alles verheilt ist. Es sollte also das Hauptaugenmerk auf Punkte außerhalb der Vagina gelegt werden. Die Klitoris ist dabei eine Zone die stark auf Stimulation reagiert und auch nicht in der Zone ist, wo Stiche empfunden werden.
  • Oralsex durch die Frau beim Mann, bietet ein ähnliches Gefühl des Geschlechtsverkehres und ist damit auch eine gute Alternative.

Aber auch das „simple“ Liebkosen des Körpers vom Partner kann sehr anregend sein und die Abstinenz des Geschlechtsverkehres vergessen machen.

Gibt es etwas das vermieden werden sollte?

Auch schon wieder ein ganz klares Ja. Manch jemand mag sich wundern, dass in den Hinweisen die ich verfasste habe nur der Oralverkehr von der Frau an dem Mann vorkam und nicht der Cunnilingus. Diese Technik sollte einige Monate nach der Geburt nicht ausgeübt werden. Warum? Dazu gibt es 2 gute Gründe.

  • Es kann zu Infektionen in der Vagina und der Gebärmutter kommen.
  • Noch schlimmer ist es aber, dass es sogar zum Exitus kommen kann. Diese Tragödien sind auch schon geschehen, weil der Mann ausversehen ein wenig Luft in die Vagina geblasen hat. Luft breitet sich schnell in den Bluftgefäßen aus und kann eine Embolie herbeiführen. 2005 geschah auf diese Weise in England eine Tragödie. Ein Mann zwang seine Frau nachdem die das Krankenhaus verlassen hatte zum Cunnilingus, blies Luft in ihre Vagina und tötete sie damit.

Haben die Gefühle zum Baby Einfluss auf das Sexualleben?

Selbstverständlich. Das neue Leben auf dieser Welt braucht sehr viel Aufmerksamkeit und Zeit. Die meisten neuen Eltern sind erschöpft, da sie nicht den Schlaf bekommen, den der Körper eigentlich braucht. Und das kann einige Monate so gehen.

In dieser Zeit kann es dem Mann so vorkommen, als würde ihn die Partnerin ins Abseits stellen. Gedanken kommen auf, dass die ganze Aufmerksamkeit nur noch dem Neugeborenen zuteil wird und kann bis zur Eifersucht ausarten.

Es gibt aber natürlich auch das Gegenteil. Nachdem der Partner die Schwangerschaft und die Geburt mitbekommen hat, entwickelt er neuen Respekt zum weiblichen Körper. Den Herren fällt es dann auch leichter, Emotionen die sie erleben zu artikulieren und nehmen Rücksicht auf die Partnerin und den neuen Bedürfnissen.

Auch gibt es Männer, die während der Geburt sehr betroffen sind und sich schuldig fühlen für die Schmerzen die die Frau durchlebt und sich einbilden, dass die Partnerin dadurch nicht mehr lieben kann. Das ist aber in der Regel eine vorübergehende Phase und sollte, wenn diese Gedanken aufkommen, schnell wieder verworfen werden. Zur Not durch professionelle Hilfe.

Eine gute Atmosphäre in der Beziehung ist hilfreich, wenn es darum geht Vertrauen und gegenseitigen Respekt zu zeigen. Beide Elternteile müssen versuchen zu verstehen, wie der jeweils andere die Situation empfindet. Es ist ebenso wichtig, dass es Dinge gibt, in denen das Baby nicht sofort mit involviert ist.

Babysitting im fortgeschrittenen Alter durch Großeltern, Onkel, Tanten oder Freunde ist auch hilfreich, um wieder etwas Zeit alleine füreinander zu haben und mal ins Kino zu gehen oder mal in Ruhe zu schlafen oder sich auch wieder sexuell näher zu kommen.

Was passiert mit der weiblichen Lust nach der Geburt?

Die meisten Frauen sind nicht gerade scharf auf Sex nach der Geburt. Dieser Zustand kann ein paar Wochen anhalten. Der Grund ist ein ganz simpler: Es ist ist Erschöpfung.

Normalerweise kann man sagen, dass die Lust auf die Lust einige Monate nach der Geburt von alleine wieder zurück kommt. Sollte dieses nicht der Fall sein, und die Libido kehrt nicht zurück, kann beim Arzt des Vertrauen um Rat gesucht werden. Frauenärzte können dabei sehr hilfreich sein, da sie mit diesen Problemen öfter befassen und Frauen aus der Lage helfen.

Der erste Sex nach der Geburt. Wie am besten vorgehen?

Sollten also beide nun wieder bereit sein nach der Geburt Sex zu haben, sollte vorsichtig begonnen werden und ein Zeitpunkt des Tages gewählt werden, an dem beide nicht zu erschöpft sind. Wichtig ist es auch den Zeitpunkt zu wählen, indem das Baby sicherlich nicht wach wird.

Hormonelle Veränderungen und Angst kann bei der Frau dazu führen, dass sie bis zu 3 Monate nach der Entbindung nicht feucht genug wird. Hormonpräparate sollten aber deswegen nicht genommen werden, sondern es sollte auf Gleitmittel zurückgegriffen werden. Auch gibt es Kondome, die extra feucht sind.

Gerade bei den ersten Male des Aktes nach der Geburt, ist es ratsam, dass die Frau die Kontrolle über den Sex erhält. So kann sie das Tempo und die Eindringtiefe bestimmen.

Die Verhütung sollte natürlich nicht vergessen werden. Nach einer Geburt ist es viel einfacher, dass die Frau wieder schwanger wird. Wenn man sich nicht ganz sicher ist, welche Art der Verhütung genutzt werden kann, sollte der Arzt aufgesucht werden. Dieser kann fachmännisch beraten.

Tags: Alternative, cunnilingus, geschlechtsverkehr, Geschlechtsverkehres, Handjob, Handpetting, Kind, oralsex, orgasmus, Sex, Sexualleben, Stimulation, Vagina, Vaginalgewebe

Geschrieben von: Sex-Mister


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3 Kommentare »

  • daniela said:

    ich bin selber schon mutter und mein arzt sagte mir damals das ich nach der geburt wieder sex habe kann und as man nicht warten muss

  • nina said:

    was da oben steh is ja zum teil ziemlich hart.
    aber trotzdem ich hatte 4 wochen nach der geburt wieder sex und keine probleme da wir sehr vorsichtig waren. jetzt nach 8 wochen und der untersuchung, treiben wir es schon wieder ziemlich bunt! mag ja sein das was passieren kann, aber ich denke eine frau weiß intuitiv wann der richtige zeitpunkt gekommen ist. und ehrlich jetzt nach der geburt spüre ich viel mehr und komme einfacher zum höhepunkt wenn ich mit meinem mann schlafe

  • Sarah said:

    Das Mann Frau nach der Geburt nicht oral befriedigen darf, ist Quatsch. Das Infektionsrisiko ist kaum größer als bei der manuellen Befriedigung und Luft darf NIE in die Vagina geblasen werden, da das, egal ob die Frau schwanger war oder nicht, zur Embolie führen kann!

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