SM- ein heißes Spiel oder eine echte Gefahr?
Sado Maso, wer kennt es nicht, oder hat nicht schon einmal davon gehört?
Doch eigentlich weiß keiner was „SM“ so genau bedeutet und was alles dazu gehört. Eigentlich heißt es „Sadomasochismus“ hört sich an wie ne Krankheit, ist aber ein ganz besonderer Fetisch, den es schon so lange gibt, wie es die Menschen gibt. Nach ICD-10 jedoch (klassifizierung für Krankheiten) nennt man Sadomasochismus auch „Störung der Sexualpräferenz“. Es wird also als eine „Störung“ psychischer Ebene bezeichnet.
Nun muss ich ein wenig ausholen um zu erläutern, wann man überhaupt von einer psychischen Störung sprechen kann. Eine Störung des inneren Milieus liegt dann vor, wenn die eigenen Gedanken oder Handlungen und Gefühle extrem und in einem längeren Zeitraum von der „Norm“ abweichen. Die „Norm“ von der abgeweicht wird lässt sich auch noch in drei verschiedenen Normen einteilen, aber für uns reicht, es wenn ich sage, dass es die Norm der Gesellschaft ist. Des Weiteren muss diese Abweichung über einen längeren Zeitraum vorhanden sein.
Schon dann spricht man also von einer psychischen Störung. Okay, es gibt da noch eine Menge anderer Faktoren, die eine besonders wichtige Rolle spielen, aber wir wollen ja nicht zu weit ausholen.
Sadomasochismus wird also als „Störung“ zertifiziert. So sicher bin ich mir da aber nicht. Ist dann nicht jeder Fetisch auch eine psychische Störung?
Laut Sigmund Freud hängt unser ganzes Handeln, Denken und Fühlen mit unserem Unbewusstsein zusammen und damit, was man in den frühkindlichen Phasen erlebt hat und was nicht.
Ich denke, Freud würde es unterschreiben, wenn ich sage, dass Sadomasochisten eine spezielle Phase in der Kindheit zu intensiv oder eben gar nicht erlebt haben, wobei man das auf gar keinen Fall verallgemeinern sollte. Das Wort Sadomasochismus setzt sich aus Sadismus und Masochismus zusammen. Es sind also zwei Faktoren, die hierbei eine Rolle spielen. Als Sadisten werden heut zu Tage die bezeichnet, die Spaß am Leid anderer haben. Masochisten sind quasi das Gegenteil von Sadisten. Masochisten empfinden Befriedigung, wenn ihnen selbst Schmerz oder Leid zugefügt wird.
Das Thema Sadomaso umfasst sehr sehr viele Aspekte, diese aufzugreifen würde den Rahmen absolut sprengen und da jeder weiß, dass SM immer mit hartem Sex oder Schmerzen zu tun hat, möchte ich mich nicht mit den verschiedenen SM-Praktiken beschäftigen, sondern mit der Entstehung von SM bei einem Individuum.
Für meine Recherchen erklärte sich ein SM-Fetischist bereit, mir ein paar Fragen zu beantworten. Die Person stand völlig hinter seiner Leidenschaft, die Leiden schafft.
Als ich mich mit ihm unterhielt war mir schnell klar, dass er auf meine Fragen nicht vorbereitet war. Er wusste nicht, dass ich ein bisschen nach dem „warum“ graben werde, versuchen will, zu verstehen, wieso ein Mensch solche Veranlagungen im Laufe seines Lebens bekommt.
Ich bin kein Psychologe, habe aber in meiner Schulzeit das Fach „Soziologe& Erziehungswissenschaften“ mit sehr gut abgeschlossen und weiß wonach ich genau fragen muss, um meine Antworten zu erhalten. Als ich ihn nach seiner Kindheit fragte, schaute er mich erst einmal verdutzt an. „Ich kann dir sofort sagen, dass ich keine Ahnung habe, warum ich SM-mäßig veranlagt bin.“ Das war dann also der erste Rückschlag. Wie konnte ich auch glauben, dass er sich noch nie selbst mit der Warum-Frage auseinander gesetzt hat.
„Sag mal, warum findest du es denn geil, wenn dir dein Freund seinen Penis in den Hintern steckt?“
Er hatte es wirklich faustdick hinter den Ohren und auf diese Art von Frage war nun ich die jenige, die nicht darauf vorbereiten war. Er hatte im Prinzip ja Recht. Es wird aber auch bei mir einen Grund geben, wieso ich auf das Anale vergnügen so abfahre. Leider machte er dicht und wollte mir seine Kindlichen Erfahrungen nicht mitteilen. Ganz klar nach Freud: Verdrängung! Etwas, das man tief in sein Unbewusstes verdrängt hat, kommt so schnell nicht wieder zum Vorschein. Da bedarf es wirklich einer echten Therapie mit einem echten Therapeuten und keiner Hobbypsychologin wie mir.
Schade eigentlich, ich hatte mir das mit dem Interview echt schön vorgestellt, aber wofür gibt es denn das world wide web? Eigentlich sträube ich mich davor, mich in irgendwelchen Foren anzumelden, aber mein Wissendrang machte mich verrückt und so meldete ich mich in einem sehr geheimen Forum mit sehr mysteriösen Menschen an. Als nach einer Woche die Altersüberprüfung erfolgt war, hatte ich vollen Zugriff auf sämtliche Themen im Forum dieser Seite und ich war geschockt.
Nicht nur Text, sondern auch bunte Bilder waren dort zu sehen. Bilder, die man wirklich noch nicht einmal in Hardcore Pornos zu sehen bekommt. Beim Anblick an Metallklammern, mit spitzen Fangzähnen an einer ganz bestimmten weiblichen Stelle wurde es mir zu bunt und ich suchte nach einem „sicheren“ Ort im Forum. Ich wurde auch schnell fündig, bei den sogenannten „Neuankömmlingen“. Die meisten von denen hatten gerade erst bemerkt, dass sie auf spezielle Praktiken stehen, einige waren von besagten Bildern aber so geschockt, dass sie ihr Gefühlschaos als einen „Irrtum“ bezeichneten und das Forum- auf und davon- verließen.
Als ich so die Texte las, wurde mir immer ein bisschen mehr klar, warum es diese Art von Lust gibt: Es ist für viele einfach geil. Ich verstehe es nicht so, dass ich es nachempfinden kann, aber ein Vergleich reicht auch aus, um es zu beschreiben:
Ich zum Beispiel stehe total auf große Schwänze! Aber nur wenn ich sie sehe, im Porno oder so, zu Hause habe ich lieber den Durchschnittsschwanz meines Freundes. Sadomasochistinnen dagegen, sind geil auf einen riesen Penis, der ihre Vagina sowas von auseinander nimmt, dass sie beinahe ohnmächtig werden. Sie stehen also auf den ultimativen Schmerz-Kick.
Es ist merkwürdig darüber zu schreiben, denn es ist wirklich eine ganz faszinierende Sache. Sadomasochismus ist nicht einfach nur eine Sex-Praktik, sondern eine Einstellung und ein Lebensgefühl. Als Störung würde ich es nicht bezeichnen, zumindest dann nicht, wenn andere Menschen dabei nicht zu schaden kommen. Leider häufen jedoch sich momentan die Meldungen in den Medien, in denen junge Menschen durch SM-Praktiken ums Leben kommen. Wahrscheinlich nur, weil sie sich aufgrund der „Gesellschaft“ verstecken müssen, nicht aufgeklärt sind und dennoch ihre Lust befriedigen müssen.
Tags: Faust, Fetisch, Klammern, sadomaso, sadomasochismus, Schmerzen, Sex, sm
Es gibt da aber auch noch einige Unterschiede … nicht jeder Schmerz ist ein Kick und oft ist es auch eher die Unterwerfung als der Schmerz. man kann das nicht so verallgemeinern.
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